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Was ist Weissblech Comics? | Zeichner | Comics | Geschichte

Geschichte

Worte vorweg...

WEISSBLECH Comics bietet heute ein kleines, aber feines Programm, das durch seine Art und Weise für deutsche Verhältnisse eher untypisch ist. Wir bieten keine Autorencomics in teuren Sammlerpublikationen, sondern günstige Hefte mit unterhaltenden, meist abgeschlossenen Geschichten, die oft in Zusammenarbeit von vielen Autoren und Zeichnern gestaltet werden, teilweise sogar mit internationalem Renomee.
Doch das war nicht immer so, denn am Anfang standen ziemlich krude Fanzines, und der Werdegang von WEISSBLECH Comics ist eine Geschichte der Entwicklung und Verbesserung auf allen Ebenen...

Mit Saufcomix fing alles an

Im Sommer des Jahres 1992 entstand das erste WEISSBLECH-Comic - eine ulkige kleine Geschichte über Erlebnisse von einer semifiktiven Figur namens Quevis, einem Alter Ego von Levin Kurio. Das in kleiner Auflage zusammenkopierte Heftchen hiess WEISSBLECH präsentiert # 1 "Die Extensive Saufparty".Ja, das war blöde, das war pubertär: nach WEISSBLECH präsentiert # 1 kam Quevis World, und danach, im März 1993, kam KOMA Comix # 1. Inhalt: Comics, die de facto nichts weiter als Partyreporte waren, und die auf wüsten Feten an Besoffene verscherbelt wurden.
Aber spassig wars, insbesondere weil damals die Hefte noch selbst gedruckt wurden, auf einer alten Copyrapid – Presse in einem verwaisten Kuhstall. An der Druckqualität der damaligen Hefte erkennt man dann auch, warum man Drucker lange lernen muss und warum Minusgrade der Konsistenz von Druckerschwärze nicht zuträglich sind.
Ab 1995 erschienen Weissblech Comics in lesbarer Qualität, und die Comics wurden massentauglicher – sofern man bei Comics überhaupt von sowas sprechen kann.
Schliesslich erschienen auch erdachte Comics, z.B. die „Sage von Saufgard“ oder „Der geifernde Grapsch“.

Saufen verkaufen

1996 kamen sie dann, die Quevis und Knülle Geschichten, und mit ihnen Farbcover und fiktive, aber trotzdem realitätsnahe Plots. Und aus Partyverkauf wurden Punkvertriebe und erste Head- und Comicshops.
Die WEISSBLECH-Mannschaft hatte sich ebenfalls vergrössert: Zum WC-Gründer Levin Kurio waren Hauke Hille, zuständig für Kolorierung und Internet, und Roman Turowski dazugestossen, der in eher als experimentell einzustufenden Heften wie „Sex & Crime“ erste Comics bei WC veröffentlichte.
KOMA Comix feierte für Independentverhältnisse große Erfolge, und deshalb kam auch bald der nächste Schritt...

WEISSBLECH firmiert

1999 meldete L. Kurio offiziell Gewerbe an... gleichzeitig wurden KOMA Comix jetzt offsetgedruckt, und ab der # 21 bei Modern Graphics vertrieben – doch gerade dann, oh unholdes Schicksal, begannen die Verkäufe zu schwächeln.Erste Kurio-Turo-Arbeiten

Gleichzeitig erschien mit XXX-Comics # 1 und 2 wegweisendes, wenn auch nicht überragendes Material: trotzdem tauchte in XXX 1 eine heute recht bekannte WC-Figur das erste Mal auf: BELLA STAR, die Sternenhure.
Bald bekamen wir allerdings zu spüren, das die Neunziger vorbei waren, vielleicht waren grunge-punk Comics nicht mehr in, oder die Kiffer alle zu geizig geworden, das WC Flaggschiff bekam Schlagseite, zudem zu den sinkenden Verkaufszahlen auch noch die immensen Produktionskosten kamen.

WC in der Krise

2000 war ein übles Jahr für WEISSBLECH, das ganze Frühjahr erschien kein einziges Heft...erst durch ein neues, niedrigeren Auflagen angepasstes Produktionsverfahren, vor allem aber durch neue Titel konnte diese Krise überwunden werden .
Den Anfang machte der „Kampf der Titanen“ – Dreiteiler mit Text und Pencils von Levin Kurio, geinkt von Roman Turowski – ein Verfahren, das sich in Zukunft bewähren sollte.
Im November dann kam das rettende Ereignis: die erste Ausgabe der Anthologie-Reihe „Weissblechs weltbeste Comics“ erschien – mit dem Titel „Drogengeile Teenieschlampen“, und wurde ein Hit!

Das erste WWC

JJÄÄÄH, WWC!

Die nach Ansicht unqualifizierter Kritiker trashigen, unserer Ansicht nach aber hochqualitativen leicht erotischen Kurzgeschichten zu abgefahrenen Themen sind seitdem zunehmend erfolgreich. Inzwischen haben sich eine ganze Reihe bekannter Independentzeichner in WWC verewigt: neben den WC- Hauszeichnern Kurio und Turowski steuerten Rolf Nölte, Eckart Breitschuh, AHA, Rainer F. Engel und Wittek kongeniale Geschichten bei.

Der Erfolg von WWC ermöglichte es uns im zehnten Jahr von Weissblech, weitere Projekte zu verwirklichen: da ist die neue BELLA STAR – Serie, aber auch ambitionierte Projekte wie das Magazin „schwarzweiss COMICKULT“, das mit seinem breiten Spektrum an Beiträgen und dem günstigen Preis-Leistungsverhältnis neue Leser für Independent Comics begeistern sollte - diesbezüglich mussten wir allerdings einen kleinen Rückschlag verkraften, denn die Serie "Schwarzweiss COMICKULT" ist inzwischen wieder eingestellt - auch wenn der erste Band ein relativer Erfolg war, so rechtfertigte sich doch nicht der gewaltige Aufwand, den wir mit den um die 70 Seiten starken Heften hatten.

Auf zu neuen Ufern

Unser nunmehr nicht mehr im malerischen Kükelühn, sondern im weit weniger malerischen Raisdorf bei Kiel ansässiger Verlag hatte inzwischen so einiges auf der Pfanne. Neben dem erwähnten Verlagsrenner WWC gab es nun auch ein im protzigen Magazinformat erscheinendes Hardcore-Erotik-Horror-Fantasy Magazin mit dem schönen Namen "XXX-Comics" (Volume 2 sozusagen), das ebenso wie all die anderen WEISSBLECH-Hefte leicht und stimulierend unterhält, ohne dabei dämlich zu sein... .WWC 10

Wer aber denkt, wir würden hier nur noch Pornokram veröffentlichen, der irrt. 2003 startete auch "Pater Dracula" vom renomierten Comicautor Josef Rother, und noch mehr ist geplant.

HORRORSCHOCKER

2004 war ein weiteres, sehr wichtiges Jahr für WEISSBLECH Comics. Mit HORRORSCHOCKER brachten wir unsere unsere erste komplett farbige Comicserie auf den Markt! Und nicht nur, dass sie farbig ist: gleichzeitig ist HORRORSCHOCKER auch unsere erste regelmässig erscheinende Heftserie (alle drei Monate neu!) und zudem kann man die Hefte nicht nur im Comicfachhandel, sondern auch im Bahnhofsbuchhandel erwerben.
Diese Ausweitung des Vertriebes war mit erheblichen Kosten verbunden und damit ein ziemliches Wagnis für den kleinen Verlag. Man riet uns nicht nur davon ab, man erklärte uns gar für verrückt, herrscht doch in der deutschen Comicszene die Meinung: Independent-Comics von einheimischen Künstlern verkaufen sich nicht!!
Nun, wir sind sicherlich nicht die ersten, die erfolgreich den Gegenbeweis angetreten sind - vielleicht wird es Zeit, diese Meinung einmal zu revidieren!

Mehr Infos zu diesen hochinteressanten Heften finden sich hier!!

Konsolidierung...

Trotz der stetig beschissener werdenden Marktlage für Comics hierzulande gibt es WEISSBLECH Comics immer noch!
Ja, Jammern ist der Gruss des Kaufmanns, aber die Marktlage ist wirklich unschön: Vertriebe und Comicläden sind pleite gegangen, die allgemeine schlechte Stimmung drückt auch in der Comicbranche auf die Verkäufe - mal abgesehen davon, das es natürlich auch viele andere Möglichkeiten gibt, sein Geld anzulegen (die sind natürlich alle nur Dreck gegen die sinnliche Erfahrung eines Comics).
Und trotzdem: Am Comicmarkt haben wir viele mit großem Geschrei angekündigte andere Verlage auf unsere bescheidene und doch nachdrückliche Art überlebt, unsere inzwischen vollfarbigen Serien erscheinen regelmäßig, und immer wieder sind bei uns hervorragende Künstler vertreten, die unser Programm mit ihrem Können bereichern - das wir in den vergangenen Jahren immer mehr treue Anhänger fanden, brauche ich nicht zu erwähnen.
Man kann also durchaus zufrieden sein - das verdanken wir der stetig wachsenden Leserschaft, danke dafür!

Die Zukunft

Die Zukunft hüllt sich zwar auch für uns in undurchsichtige Schleier, aber ein paar Dinge stehen schon so gut wie fest: 2006 werden wir unser Programm weiter ausbauen, und auch weiterhin bemüht sein, wahren Comicfreunden einige Stunden bester Unterhaltung zu bringen - fern nerdischer Umtriebe und saftloser Übersättigung, wie es eben unsere Art ist.








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